Teneriffa ist nicht Berlin. Doch seit 10 Jahren erzählen die Mauern der Insel Geschichten. Puerto de la Cruz startete die Bewegung mit dem Mueca-Festival, einem viertägigen Straßenkunstfestival jedes Jahr im Mai, das dauerhafte Fresken an den Fassaden des Stadtzentrums hinterlässt. La Laguna folgte mit Wandgemälden in seinen zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Straßen. Und die Hauptstadt Santa Cruz hat ganze Stadtteile in Open-Air-Galerien verwandelt. Alles ohne Schalter, ohne Fahrplan, ohne Ticket, man muss nur zu Fuß gehen.
Das Hafenviertel und die Straßen rund um die Plaza del Charco konzentrieren die ältesten und spektakulärsten Fresken. Das Mueca Festival (Mai, 4 Tage) lädt jedes Jahr internationale Künstler ein, die live malen, die Wände verändern sich von Jahr zu Jahr. Halten Sie Ausschau nach den Werken in der Calle San Juan, der Calle Blanco und rund um den Lago Martianez. Einige Fresken sind 6 Stockwerke hoch, andere sind in Sackgassen versteckt. Das Tourismusbüro (Plaza de Europa) hat manchmal eine Karte, ansonsten nehmen Sie die Calle San Juan und fahren nach Norden. Die besten findet man abseits der Hauptstraßen.
La Laguna gehört aufgrund seiner Kolonialarchitektur zum UNESCO-Weltkulturerbe. Straßenkunst koexistiert mit Fassaden aus dem 16. Jahrhundert – ein Nebeneinander, das aufgrund der Studentendichte der Stadt selbstverständlich ist. Die Wandgemälde sind diskreter als in Puerto: Man muss nach oben schauen, die Innenhöfe betreten und die Gassen senkrecht zur Calle Herradores erkunden. Das Studentenviertel (rund um die Universität, das älteste auf den Kanaren, Gründungsdekret 1792, moderne Universität 1927) ist das lebhafteste, Bars, Graffiti, alternative Galerien. Am ersten Freitag im Monat öffnen die Kunstgalerien von La Laguna abends ihre Türen (Noche en Blanco), Wein, Musik und zeitgenössische Kunst in den kolonialen Innenhöfen.
