Auf Tenerife ist eine romería zunächst das Fest des Schutzpatrons des Dorfes: morgens religiöse Prozession, danach Essen und Musik am Nachmittag. Auf Tenerife verbinden sie den spanischen Katholizismus mit alten guanche-Bräuchen der Dankbarkeit für die Ernte, und das geht auf das Mittelalter zurück.
Die romerías sind populäre Prozessionen, die sowohl religiös als auch festlich sind und zu Ehren des Schutzpatrons eines Dorfes oder einer Gemeinde organisiert werden. Sie verbinden spanischen Katholizismus und kanarische Agrartradition, Obst- und Produktopfer, Umzüge in Bauernkleidung, Volksmusik und bringen Einwohner und Besucher in einem gemeinsamen Ereignis zusammen.
Jede romería entfaltet ein festliches und wiedererkennbares visuelles und akustisches Universum. Die Teilnehmer tragen traditionelle Kostüme, inspiriert von alten Bauernkleidungen, sorgfältig gefertigt und charakteristisch für jede Region Teneriffas. Der Umzug organisiert sich um mit lokalen Früchten und Produkten geschmückte Wagen, die Überfluss und die Verbindung zur Erde symbolisieren. Während des gesamten Umzugs spielt Musik eine zentrale Rolle: die timple, ein kleines, typisches Instrument der Kanaren, begleitet Gesänge und Volkstänze wie isas, folías oder malagueñas, live aufgeführt von lokalen Gruppen. Je nach Dorf wird die Atmosphäre durch dekorierte Ochsengespanne, Reiter in traditioneller Kleidung oder Tänzer ergänzt, die den Umzug rhythmisch prägen – man taucht direkt in die lokale Kultur ein, so wie sie gelebt wird.
