Ein Weg, der dazu gedacht ist, die Augen zu schließen. Der Sendero de los Sentidos schlängelt sich durch den Lorbeerwald des Anaga-Massivs – diesen Lorbeerwald, der vor 20 Millionen Jahren das gesamte Mittelmeerraum Europa bedeckte und heute nur noch hier und auf Madeira existiert. 1,5 km Rundweg, nahezu kein Höhenunterschied, Sinnesstationen unterwegs: Die nasse Rinde eines Ackers berühren, der Stille zwischen den Riesenfarnen lauschen, den Humus nach dem Regen riechen. Die Kinder lieben es. Erwachsene entdecken etwas wieder, was sie vergessen hatten.
Abfahrt von Cruz del Carmen, 920 Meter über dem Meeresspiegel und 20 Autominuten von La Laguna entfernt. Der Weg ist breit, mit Holzschildern markiert und mit einem geländegängigen Kinderwagen befahrbar. Er durchquert einen dichten Wald, durch den das Licht kaum hindurchdringt – selbst mittags wandern wir in grüner Dunkelheit. Nummerierte Stationen laden zum Anhalten ein: hier ein hohler Baumstamm zum Anlehnen, dort eine Plattform zum Beobachten des Blätterdachs. Nach dem Regen tropft der Wald – es ist die schönste Zeit. Der Nebel haftet an den Zweigen des Heidebaums und die Farne leuchten.
Der Sentier des Sens ist das perfekte Aufwärmprogramm für einen Tag in Anaga. Weiter geht es mit dem Sendero del Pijaral (Reservierung auf der Cabildo-Plattform erforderlich, 3 Stunden Hin- und Rückfahrt, noch dichterer Primärwald) oder dem Abstieg nach Taganana über den PR-TF 8 (2 Stunden, Höhenunterschied -500 m, spektakulärer Meerblick auf halber Strecke). Für einen ganzen Tag: Wanderung am Morgen, Mittagessen in Taganana in einem Chiringuito am Strand (gegrillter Fisch des Tages, Papas Arrugadas, grünes Mojo – rechnen Sie mit 12–15 €), dann Rückfahrt über die Panoramastraße TF-12 mit Halt am Mirador Pico del Inglés.