Auf einer Höhe von 700 m, an der Kreuzung der Straßen, die den Anaga-Landpark durchziehen, ist der Mirador El Bailadero der erste echte visuelle Schock des Massivs. Auf der einen Seite stürzt die Nordostküste Teneriffas in den Atlantik ab – grüne Klippen, weiße Dörfer an den Hängen, türkisfarbenes Meer. Auf der anderen Seite erstreckt sich der Lorbeerwald so weit das Auge reicht im Nebel. Und unten scheint Taganana, eines der abgelegensten Dörfer der Insel, in seiner Bergkulisse winzig klein zu sein.
Der Tipp: Kommen Sie zwischen 8 und 10 Uhr morgens an, um das Wolkenmeer zu erleben – der Anaga-Wald taucht in einem Spektakel aus dem Nebel auf, das 30 bis 45 Minuten dauert, bevor die Sonne alles auflöst. Einer der am meisten fotografierten Momente auf Teneriffa, und niemand ist da.
Der Name kommt vom spanischen bailar (tanzen). Der kanarischen Tradition zufolge versammelten sich hier die Guanchen – die prähistorischen Bewohner Teneriffas –, um während ritueller Zeremonien zu tanzen. Die Kreuzung diente auch als Treffpunkt zwischen Gemeinden aus den verschiedenen Anaga-Tälern. Heute ist es Ausgangspunkt mehrerer wichtiger Wanderwege im Massiv.
Die Passatwinde treiben ständig feuchte Wolken aus Nordosten gegen die Gipfel des Anaga. Diese Wolken sammeln sich zwischen 600 und 900 m Höhe und bilden ein „Meer“, das die Nordhänge bedeckt, während der Süden sonnig bleibt. Am Morgen, bevor die Sonne die Luft erwärmt, ist dieses Phänomen am stärksten.
Vom Mirador El Bailadero aus kann man bei einem Wolkenmeer buchstäblich sehen, wie die Wolken über die Bergrücken rollen und wie eine langsame Flüssigkeit in die Täler hinabsinken. Oben erhebt sich der Lorbeerwald, beleuchtet von der Sonne – eine Bilderbuchkulisse.